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Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’

4.2.2011 Winzig, der kleine Elefant Karlsruhe

Freitag, 04. Februar 2011

Winzig, der kleine Elefant
Karlsruhe. Die Vorstellung fand in der schönen Aula der Grundschule statt, die sich heute in ein echtes kleines Theater verwandelt hatte. Auch die Eltern waren eingeladen, und nach dem tollen Theatererlebnis gab es noch Apfelkuchen und Würstchen - ein gelungener Nachmittag!

Frau Merly, die Leiterin des Kindergartens
sagt:Die Inszenierung überzeugte durch eine phantasievolle Bühnengestaltung, ausdrucksstarke Figuren.
Die Spielerin Frau Heese gestaltete die Geschichte für die Kinder fesselnd und interessant und beeindruckte durch ihre schauspielerischen und sprachlichen Qualitäten.

Förderer: privater Spender und Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V.

Winzig

Winzig


zu dem Stück
Pressefoto
Foto live bei flickr Tags: Winzig, Karlsruhe, 201124
Youtube Tags: Winzig, Karlsruhe, 201124
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Alibaba beim Trommer Sommer

Dienstag, 18. Januar 2011

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Alle Variationen des Figurentheaters setzten Ellen Heese und Andrej Uri Garin vom „Theater en miniature” beim „Trommer Sommer” ein und begeisterten mit der kurzweiligen Darstellung die kleinen und großen Zuschauer in der voll besetzten Scheune des „Hoftheaters”.
UBERWALD„Sesam öffne dich” der Schlüssel zum Goldschatz „Alibaba und die 40 Räuber” beim „Trommer Sommer’

Tromm. (jün) „Gestohlenes Geld bringt nur Unglück.” Spät erst erkennt dies Alibaba, der nur dank der List und Tücke seiner Frau Fatima und seiner Schwägerin die 40 Räuber unschädlich machen kann. Beim „Trommer Sommer” sorgte die vom „Theater en miniature” aus Kassel präsentierte Vorführung des Märchens aus „1001 Nacht” für eine voll besetzte Theaterscheune.
Die Geschichte von „Alibaba und den 40 Räubern” ist eine Parabel über Gerechtigkeit und den Balance-Akt zwischen Gut und Böse. Sheherazade, die Frau des Kalifen, die ihrem Herrn jede Nacht eine Geschichte erzählen muss, landet auf der Suche nach einem neuen, spannenden Abenteuer bei dem Schneider Mustafa. Erst nachdem er ihr viele Goldstücke (Bakschisch) abgeknüpft hat, erzählt er ihr von Alibaba, dem armen Holzfäller, der zufällig die Schatzhöhle einer Räuberbande in einem geheimnisvollen Berg entdeckt.
Dank des Zauberspruchs „Sesam öffne Dich” dringt er in den Berg ein und entdeckt den Schatz. Hin- und her gerissen von der Verlockung des Goldes, kann er nicht widerstehen und steckt sich ein wenig des Diebesgutes ein. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, denn sein reicher, gieriger Bruder Kasim erfährt von der Höhle und will sich ebenfalls an dem Schatz bereichern.
Dort wird er jedoch von den Räubern überrascht und getötet. Als die Bösewichter entdecken, dass noch jemand von ihrem Geheimnis weiß und sie den Schneider Mustafa dazu zwingen, ihnen dessen Namen zu verraten, ist auch Alibaba seines Lebens nicht mehr sicher.
Ellen Heese und Andrej Uri Garin erzählten und spielten die Geschichte in allen Variationen des Figurentheaters. So verkörperten die beiden Schau- und Puppenspieler den Schneider Mustafa und die liebliche Sheherazade selbst, Alibaba, seine Familie und der Räuberhauptmann wurden mit großen Figuren mit aus Holz geschnitzten Köpfen und wallenden Gewändern, in die die beiden Darsteller hinein schlüpften, verkörpert, und zudem kamen auch Handpuppen, Masken und Stabfiguren zum Einsatz.
Der Laden des Schneiders mit seinen wallenden Stoffen diente als Bühne, auf der nach und nach mit einfachen, aber umso überraschenderen Mitteln die Schauplätze der Geschichte entstanden. Der stete Wechsel der Szenerien und der Figuren sorgte für Abwechslung und verlieh der gelungenen Inszenierung die Dynamik, die die kleinen, aber auch die großen Zuschauer in ihren Bann zog.
Zudem gab es auch immer wieder einmal etwas zu lachen, was die Kinder und ihre Eltern am Ende der Vorstellung mit einem herzlichen Applaus dem Ensemble dankten

1001 Nacht, Alibaba und die vierzig Räuber

zu dem Stück

Zu dem Stück
FEED “1001 Nacht, Alibaba und die vierzig Räuber”
FEED “Kindertheater”

Puppenspiel ist alles andere als kinderleicht

Freitag, 13. November 2009

Puppenspiel ist alles andere als kinderleicht
Profi-Puppenspielerin Ellen Heese hat auch schon „Klinik-Clowns” weitergebildet, die kranken Kindern Freude bereiten
Freitag, 13. November 2009
Von Karin Katzenberger-Ruf
Leimen/Rhein-Neckar. „Ich habe die Lust am Spielen nie verloren”, sagt Ellen Heese. Die Puppenspielerin, die mit ihrem Mann beziehungsweise mit dem „Theater en miniature” oft auf Tour ist, will nun etwas sesshafter werden. In Leimen hat die Familie, zu der auch ein 14-jähriger Sohn gehört, ein neues Domizil gefunden und dort vor einigen Monaten das „Seminarhaus Szenario” eröffnet.
Ein erstes Seminar unter dem Motto „Die Puppe als Partner” ging bereits erfolgreich über die Bühne. Weitere Seminare folgen im nächsten Jahr. Vor Weihnachten werden die professionellen Puppenspieler viel unterwegs sein. Ellen Heese, Jahrgang 1960, ist in Niedersachsen geboren, studierte Sozialpädagogik, war aber schon seit ihrer Studienzeit begeisterte Puppenspielerin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.
Jahrelang agierten sie und ihr Mann, der als gebürtiger Russe seine Ausbildung noch im Osten absolvierte, von Kassel aus. Aber offenbar ist rund um Heidelberg kulturell inzwischen mehr los. Da bot es sich an, nach Leimen zu ziehen. Just in jenes Haus, wo bis dahin die buddhistische Gemeinde ansässig war.
Für den Termin mit der RNZ hat Ellen Heese schon mal was vorbereitet: Der alte Petersson und sein Kater Findus stehen bereit, dazu die Hühner von dessen Bauernhof und ein paar Märchenfiguren samt Froschkönig, der auch ohne Krönchen total niedlich ist, wenn Ellen Heese ihm ihre Stimme leiht und ihn mit ein paar Fingerübungen zum Leben erweckt. Solche einfache Figuren sind es, die in Kinder-gärten, Altenpflegeheimen oder auch in anderen Einrichtungen die Stimmung richtig aufmischen können. Ein fröhlicher oder ein trauriger Frosch: Das geht immer direkt ins Herz.
Die Fortbildungsveranstaltungen, die im „Seminarhaus Szenario” angeboten werden sollen, richten sich auch an Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind. Sei es im Kindergarten oder im Altenpfle¬geheim. Sogenannte „Klinik-Clowns” hat Ellen Heese, die schon seit fünf Jahren Seminare anbietet, bereits weitergebildet. Sie weiß: Die kleinen Patienten, die oft eine monatelange Leidensgeschichte hinter sich haben, reagieren gut auf das Puppenspiel. Dies auch, weil sich auf Puppen „alle Gefühle übertragen lassen”, wie sie sagt. Das Prinzip funktioniert übrigens auch bei Demenz-Erkrankten. Von Kindheit an war Ellen Heese ein Fan der „Augsburger Puppenkiste”. Bei einem Seminar im nächsten Frühjahr sind bei ihr nun Akteure von dort zwecks „Stimmschulung” zu Gast. Puppenspiel ist nicht kinderleicht, sondern erfordert zwecks Bühnen-Präsenz höchste Konzentration. Auch das werden die künftigen Kursteilnehmer im „Seminarhaus Szenario” lernen. Auch wenn sie nicht auf die Bühne wollen, sondern sich einfach für ihren Berufsalltag weiterbilden.
Und wie sehen die „Seminar-puppen” aus? Das sind erst mal sackförmige Figuren mit zwei Knopf augen, mit denen spielerisch so ziemlich alles möglich ist. Selbst Susi, die rote Socke, taugt als erste Handpuppe. Bei den Seminaren im „Institut für Puppenspielkunst” sind Wochenend-Veranstaltungen unter dem Motto „Märchenhaft erzählen” im Programm.
Und wie dürfen wir uns das Familienleben der Puppenspielerfamilie vorstellen? Nur soviel: Der 14-jährige Sohn wurde mit der sprechenden Zahnbürste groß, war mit Gute-Nacht-Geschichten stets bestens bedient und hat sich auch bei langen Autofahrten nie gelangweilt.

Auf den guten Ton kommt es an…

Dienstag, 03. Juni 2008

Der MP3-Player von M. Maares – ein Lichtblick im Dschungel moderner Tontechnik.

Wenn man – wie wir - eine Inszenierung als ganzheitliches Kunstwerk betrachtet, ist eine gute Ton- und Lichttechnik für eine gelungene Theatervorstellung ebenso wichtig wie die Figuren, das Bühnenbild, die Regie, das Spiel, die Geschichte – und natürlich die Raumatmosphäre und die Zuschauer.

Für den mobilen Betrieb muss die technische Ausstattung natürlich besonderen Anforderungen genügen. Leicht muss sie sein, schnell auf- und abbaubar, und sie muss zuverlässig funktionieren. Was das Licht betrifft, können wir uns seit Jahren auf das allseits beliebte Compulight verlassen. Bei den – sehr seltenen – Pannen kann man ja immer noch die Scheinwerfer direkt in die Steckdose stecken.

Beim Ton sieht das schon anders aus. Sind wir anfangs noch mit einem Ghettoblaster losgezogen, besteht die Tontechnik heute schon aus mehreren Komponenten, die miteinander verbunden werden. Ein Abspielgerät für die Musik, eine kabellose Mikrofonanlage mit Sender und Empfänger, ein Mischpult und Boxen gehören mittlerweile bei den meisten Puppenspielern zur Standartausrüstung. Mit so vielen Einzelkomponenten ist damit die Tontechnik wesentlich störungsanfälliger.

Viele Jahre haben wir unsere Musik mit einem MD-Gerät abgespielt, das zusammen mit einem Mischpult und einem Mikro-Empfänger in ein Rack eingebaut wurde. Es war groß und relativ schwer, lief jedoch auf Rollen. Die Qualität war gut, und die Zuverlässigkeit akzeptabel.

Doch die technische Entwicklung ging mit großen Schritten voran. Bald waren gute MD-Geräte nur noch gebraucht zu bekommen – ein Auslaufmodell. Man riet uns, einen Laptop zu benutzen, das sei das zukunftsfähigste System. Klein, handlich und jederzeit programmierbar, kann man so ein Notebook ohne Probleme mit Mikrofon und Boxen verbinden. Eine entsprechende Tonbearbeitungs-Software hatten wir bereits. Doch was war mit der Zuverlässigkeit? Aufgrund der zahlreichen Pannen mit unseren Computern im Büro schien uns der Einsatz eines Laptops bei Auftritten doch mehr als heikel zu sein. Bei unserer Mozart-Inszenierung bot sich dann eine perfekte Gelegenheit für einen Langzeit-Test.

WunderklavierAls wir uns entschieden, eine Inszenierung über Mozart und seine Musik zu machen, war klar, dass die Musik eine weitaus größere Rolle spielen würde als in den bisherigen Stücken. Die Beschäftigung mit dem Thema bescherte uns – neben einer wunderbaren musikalischen Erlebniswelt – auch neue tontechnische Dimensionen. Mein Partner Andrej Garin baute ein Wunderklavier. Es ist eine Verbindung aus Klavier und Orchestrion, das mit einer Keyboard-Tastatur ausgestattet ist. Die Tastatur ist programmierbar. Man kann also mit den Tasten Geräusche oder Stimmen erzeugen, kann ein Musikstück starten oder beenden oder das Instrument auch ganz normal als Klavier benutzen. Theater gespielt wird sowohl verdeckt aus dem Instrument heraus als auch in offener Spielweise um das Instrument herum. Mein Partner befindet sich während der Vorstellung in dem Instrument, das auch ein kleines Tonstudio beherbergt. Der Ton wird mit einem Laptop gesteuert. Er agiert als Puppenspieler in den Spielflächen, die sich durch Türen öffnen. Gleichzeitig agiert er als Techniker. Er bedient die umfangreiche Musik der Inszenierung und hat dabei die Technik ständig unter Kontrolle.

In dem KlavierDie inzwischen über 100 Aufführungen mit unserem Stück „Heute: Mozart!“ haben gezeigt, dass ein tragbarer Computer ein sehr gutes Medium für eine moderne Tontechnik ist, weil er unendlich viele gestalterische Möglichkeiten bietet (die man natürlich erst einmal erlernen muss). Für den Einsatz in unseren anderen Stücken, bei denen wir allein oder zu zweit auf der Bühne stehen und niemand da ist, um die Technik zu kontrollieren, ist ein Laptop unserer Erfahrung nach jedoch zu anfällig.

Auf der erneuten Suche nach einem geeigneten Abspielgerät hatten wir schließlich das Glück, einen genialen Tontechniker kennen zu lernen, der ein Gerät entwickelt hat, das für Puppenspieler geradezu ideal ist. Herr Maares hat einen prozessorgesteuerten MP3-Player gebaut, der alle Eigenschaften hat, die für einen mobilen Betrieb erforderlich sind. Er ist sehr klein, sehr leicht, liefert eine sehr gute Qualität und er ist programmierbar. Man kann z.B. eine Autostopp-Funktion einrichten. Das heißt, jeder Track braucht nur gestartet zu werden und stoppt am Ende automatisch. Für uns hat Herr Maares das Gerät mit einem großen Netzteil ausgestattet. Dadurch konnten wir die Netzteile der anderen Komponenten einsparen und haben nun unsere Tontechnik, bestehend aus MP3-Player, Mischpult und 1 Mikrofonanlage in einem kleinen Köfferchen, das wesentlich leichter ist als das Compulight. Die Tonträger sind USB-Sticks. Wir haben entschieden, für jede Inszenierung einen eigenen USB-Stick zu bespielen. Sie sind als Speichermedium sehr gut geeignet, sind nahezu unverwüstbar (es sei denn, man tritt drauf!). Sollte doch mal etwas passieren, kann man ganz leicht einen neuen herstellen. Alle Musikstücke sind als Sicherheit auf unserem Laptop gespeichert.

Für mich ist dieses neue Gerät die beste Lösung für unsere Tontechnik, die wir je hatten. Es ist ein ideales Gerät für alle, die großen Wert auf eine gute Tonqualität legen und dabei eine moderne, programmierbare Technik verwenden wollen, sich aber nicht auf einen mehr oder weniger anfälligen Laptop verlassen möchten. Wir haben das Gerät seit mehreren Monaten im Dauereinsatz getestet und sind rundum zufrieden. Besonders bei meinen Solo-Tourneen freue ich mich über das leichte Köfferchen, das mir eine glasklare Tonqualität beschert – und das bisher ohne eine Panne!

Herr Maares stellt den prozessorgesteuerten MP3-Player als Grundmodell her oder auf Wunsch auch in einer komplexeren Version mit größerem Netzteil und Funkmodul. Funktionen und Tastenbelegung sind auf Wunsch individuell programmierbar, das heißt, man bekommt das Gerät so wie man es tatsächlich braucht.

So wie Herr Scheuffler das Compulight speziell für die Bedürfnisse von Puppenspielern entwickelt hat, hat auch Herr Maares den MP3-Player speziell für den mobilen Theaterbetrieb gebaut. Das Gerät ist aber auch ideal für den Musikunterricht in Schulen.

Wir haben beide Geräte – das Compulight und den MP3-Player – miteinander verbunden. Mit einem einzigen Knopfdruck auf unseren Funksender können wir damit gleichzeitig einen Soundtrack und die entsprechend programmierte Lichtsequenz starten. Damit erreichen wir auch im mobilen Betrieb eine ausgesprochen gute und überraschend vielseitige Ton- und Lichtqualität, die unsere Inszenierungen bereichert.

Faszinierende Größenwirkung: Andrej N. Joukovs grandioser Bühnenbau

Samstag, 12. November 2005

Neue Westfalische
Im Kleinformat mit eiserner Beleuchtungsbrücke, Scheinwerfern, einer Drehbühneneinrichtung - eine liebevoll zurechtgemachte komplette kleine Theaterwelt.

„Die Sünderin ” vom russischen Meister des schwarzen Humors
Paderborn. Das „Theater en miniature” gastierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Im Blickpunkt Russland” in der Stadtbibliothek. Auf dem Programm der kleinen Puppenbühne stand „Die Sünderin”, ein Theaterstück nach Daniil Charms, dem russischen Meister des schwarzen Humors.
Bevor Puppenspieler Andrej N. Joukov in Erscheinung trat, verteilte Ellen Heese vorsorglich Operngläser an das Publikum. Denn Joukovs handgefertigte, bewegliche Gliederpuppen aus Holz und Kupfer an kleinen Stäben, waren so klein, dass ihre ausdrucksstarken Gesichter und Körper in den hinteren Reihen kaum mehr erkennbar waren. Die Puppenbühne: ein grandioser Bühnenbau in Miniaturform, mit eiserner Beleuchtungsbrücke und Drehbühnenvorrichtung —eine liebevoll zurechtgemachte Theaterwelt, die durch die Lupe gesehen, faszinierende Größenwirkung erzielte.
Dagegen blieb das „Theaterstück” eher ein zersplittertes, fragmentarisches Gerüst. Die
Jahrhunderts vor. Hauptfigur und Liebende Elisaveta Bam, alleine in einem großen Raum, fürchtet sich davor, zwei Herren die Türe zu öffnen. Diese klagen sie an, ein Verbrechen begangen zu haben. Diese Episode wurde nun als Oper, als episches Schauspiel, als Zirkusnummer, als
Alleine in einem großen Raum und zwei fremde Herren vor der Tür
Absicht Daniil Charms war es, an Hand einer kleinen „Szene”, die geprägt ist durch die Motive „Liebe” und „Verbrechen”, verschiedene Theatergenres ironisch zu karikieren.
Andrej N. Joukov, der auch als Schauspieler eng mit seinen Figuren und dem Publikum korrespondierte, führte ein Stück Theatergeschichte des letzten
schwarzes Theater, etc., mal mit physiologischem Pathos, mal komisch, mal surreal, mal realistisch demonstriert.
Natürlich wechselten die Dialoge, Verfolger „Peter” wandelte sich zum Bühnentechniker, zwei Liebende schaukelten über einem weißen, zuvor bestreuten Leinentu,ch. Mit Pathos wurden die Szenen zerdehnt und die Komik oder eine berührende Handlung zeigte sich nur klein dosiert in Augenblicken „en miniature”. Beispielsweise als das Liebespaar, gelbe und rote Knetgummi - Strichrriännchen auf einer Glasplatte, begann sich ineinander zu verschlingen, bis sie eine Einheit bildeten, die dann von den Händen Jokovs zu einer Kugel zerdrückt wurde, die er an den Mund führte, hineinbiss und - aber das war nur ein Apfel und ein freudig überraschtes Wiedererkennen für Daniil Charms Liebhaber mit dem skurrilen Humor des Autors. Eine der stärksten Szenen zu einer freien Musik aus einzelnen Töne und schrillen Lauten.
Die differenzierten Bilder, die Visualisierung auf kleinstem Raum, war der überaus gelungene Part des Abends, der das fremd bleibende Lehrtheater positiv übertünchte.

Die Sünderin

zu dem Stück

Zu dem Stück
FEED “Die Sünderin”
FEED “Abendvorstellungen”

Thomas-Erik Junge, Bürgermeister

Donnerstag, 21. Juli 2005

Das „theater en miniature” ist uns durch seine aktive Mitgestaltung des städtischen Kulturbetriebes seit vielen Jahren bekannt. Es zeichnet sich aus durch eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Arbeit im Bereich der Puppenspielkunst. Als Mitgliedsbühne des Kasseler Figurentheaters erhielt das „theater en miniature” 1993 den Kulturförderpreis der Stadt Kassel für seine herausragenden und kontinuierlichen Leistungen im Kindertheaterbereich.
Ellen Heese und Andrej N. Joukov sind als Figurenspieler bereits 20 Jahre aktiv. Sie organisierten Puppenspieltage im Naturkundemuseum und in den Kasseler Stadtteilen, eröffneten 1991 einen ersten festen Spielort in Kassel und bespielen seit 11 Jahren einen Raum in einem städtischen Kulturhaus - gemeinsam mit vier weiteren Figurentheatergruppen. Darüber hinaus sind sie auch bundesweit mit ihren Aufführungen und ihrem Theater tätig. Als Tourneetheater spielen sie 150 bis 200 Aufführungen jährlich. Mit ihrer regen Gastspieltätigkeit in anderen Städten zeigen sie, dass es in Kassel qualitativ
hochwertiges Puppentheater gibt.
Das Besondere des „theater en miniature” ist seine Vielseitigkeit in der Wahl der darstellerischen Mittel. Kein Stück ist wie das andere, jedes ist ein Unikat. Sie sind mutig genug für Experimente, sind aber immer auch eng mit der uralten Tradition ihrer Kunst verbunden. Ihre Stücke überraschen durch originelle Bühnenbilder und vielfältige Spielformen wie Hand- und Klappmaulpuppen, Stab- und Tischfiguren, mechanische Figuren, Schattentheater, Maskenspiel, Schauspiel und Erzählung.
Ein wesentlicher Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Theaterinszenierungen für erwachsene Zuschauer. Mit einem abwechslungsreichen Repertoire an Abendinszenierungen haben sie bewiesen, dass das Puppentheater nicht nur für Kinder unvergessliche Erlebnisse schafft. Durch ihre visuelle Bandbreite und ihre Fähigkeit, große menschliche Dramen und Gefühle in kleinen amüsanten und spannenden Anekdoten darzustellen, faszinieren sie ihr Publikum.
Ihre Kinderstücke, so unterschiedlich die Themen und Darstellungsformen auch sind, haben eines gemeinsam: Sie nehmen ihr Publikum immer ernst. Mit ihren einfühlsamen, spannenden und intelligenten Stücken verzaubern sie ihre kleinen Zuschauer. Ihre fantasievoll gestalteten Figuren haben immer Herz und Charakter, die Ausstattung ist ausgetüftelt, ideenreich und aufwändig gestaltet, Musik und Beleuchtung werden gezielt, authentisch, effektvoll und variationsreich eingesetzt. Ellen Heese
und Andrej N. Joukov sind ein eingespieltes Team mit exzellenter Spieltechnik, großem Stimmvolumen und virtuoser und bis ins kleinste Detail ausgereifter Puppenführung.
Ihr neues Projekt „Baltische Begegnung” begrüße ich ausdrücklich. Im Zuge der Bewerbung Kassels zur Kulturhauptstadt Europas ist uns das Thema der europäischen Vernetzung besonders ans Herz gewachsen und zu einem wichtigen Bestandteil der städtischen Kulturarbeit geworden. Seit vielen Jahren fördern wir die Inszenierungen des „theater en miniature” auch finanziell. Als Kulturdezernent der Stadt Kassel unterstütze ich das Projekt „Baltische Begegnung. Ich wäre dankbar, wenn Sie dieses
Vorhaben im Rahmen Ihrer Möglichkeiten fördern könnten.
Dem „theater en miniature” wünsche ich weiterhin viel Erfolg.