
ABENTEUER AFRIKA im Schlößchen mit Ellen Heese
„Afrika, das ist ein Land, wo fast immer die Sonne scheint… Es ist die Welt von Winzig, dem kleinen Elefanten, der seine Eltern verliert und auf der Suche nach ihnen viele aufregende Abenteuer erlebt.” Die „Traumbühne” aus Kassel hatte am Sonntag zur Eröffnung der Puppenspieltage im Schlößchen im Prinz-Emils-Garten ihr kleines Publikum nebst Vätern und Müttern dorthin mitgenommen.
An der Wand hing eine große Landkarte, ein bißchen verdreht, weil sie sonst nicht hingepaßt hätte. Wüsten und Dschungel waren darauf zu sehen, Flüsse, der Kilimandscharo mit seiner Schneekuppe. Ellen Heese (alias Afrikareisende im Tropenanzug, alias Puppenspielerin) erklärte die Karte, erzählte von ihrer Reise, den Tieren, ließ eine kleine Elefantenherde auf ihrem Rednerpult aufmarschieren und war unversehends in der Geschichte „Winzig, der kleine Elefant” drin, nacherzählt nach einem Bilderbuch von Erwin Moser. Das Stehpult mit seinen vielen Fächern und Schubladen wurde zur Bühne, vielfach veränderbar mit Klappen, Fächern, Schuhen und Tüchern. Winzig, der kleine Elefant, durch die Lupe betrachtet, wurde auf einmal ein rundes, pummeliges Elefantenkind mit beweglichem Rüssel, das von Station zu Station seinen Weg suchte.
Immer wieder kippte Ellen Heeses geradlinige Erzählung in Spielszenen um. Die Kulisse veränderte sich, die Figuren würden lebendig, man vergaß, daß sie ihre Stimmen einer einzigen Sprecherin verdankten. In der Handlung einfach, barg das Theaterstück doch viele, liebe-und phantasievoll komponierte Detalszenen, hier ein herzhaftes Schimpfwörtergefecht zwischen Winzig und dem Krokodil, dort einen heftigen Sandsturm, bei dem tatsächlich Sand stieb sogar aus den Wüstenecken der Landkarte rieselte und schließlich in Verwehungen auf dem Bühnenpult zurückblieb.
Aus Erzählung und Spiel, Musik und Geräusch, Kulisse und Figuren schuf Ellen Heese ein phantasievolles und zugleich technisch ausgetüfteltes kleines Theater. War der kleine Held auch zwischendurch verzagt oder zornig, immer wieder gab es Trost und Ermutigung bis zum guten Ende.

zu dem Stück
Zu dem Stück
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