Auf den guten Ton kommt es an…
Dienstag, 03. Juni 2008Der MP3-Player von M. Maares – ein Lichtblick im Dschungel moderner Tontechnik.
Wenn man – wie wir - eine Inszenierung als ganzheitliches Kunstwerk betrachtet, ist eine gute Ton- und Lichttechnik für eine gelungene Theatervorstellung ebenso wichtig wie die Figuren, das Bühnenbild, die Regie, das Spiel, die Geschichte – und natürlich die Raumatmosphäre und die Zuschauer.
Für den mobilen Betrieb muss die technische Ausstattung natürlich besonderen Anforderungen genügen. Leicht muss sie sein, schnell auf- und abbaubar, und sie muss zuverlässig funktionieren. Was das Licht betrifft, können wir uns seit Jahren auf das allseits beliebte Compulight verlassen. Bei den – sehr seltenen – Pannen kann man ja immer noch die Scheinwerfer direkt in die Steckdose stecken.
Beim Ton sieht das schon anders aus. Sind wir anfangs noch mit einem Ghettoblaster losgezogen, besteht die Tontechnik heute schon aus mehreren Komponenten, die miteinander verbunden werden. Ein Abspielgerät für die Musik, eine kabellose Mikrofonanlage mit Sender und Empfänger, ein Mischpult und Boxen gehören mittlerweile bei den meisten Puppenspielern zur Standartausrüstung. Mit so vielen Einzelkomponenten ist damit die Tontechnik wesentlich störungsanfälliger.
Viele Jahre haben wir unsere Musik mit einem MD-Gerät abgespielt, das zusammen mit einem Mischpult und einem Mikro-Empfänger in ein Rack eingebaut wurde. Es war groß und relativ schwer, lief jedoch auf Rollen. Die Qualität war gut, und die Zuverlässigkeit akzeptabel.
Doch die technische Entwicklung ging mit großen Schritten voran. Bald waren gute MD-Geräte nur noch gebraucht zu bekommen – ein Auslaufmodell. Man riet uns, einen Laptop zu benutzen, das sei das zukunftsfähigste System. Klein, handlich und jederzeit programmierbar, kann man so ein Notebook ohne Probleme mit Mikrofon und Boxen verbinden. Eine entsprechende Tonbearbeitungs-Software hatten wir bereits. Doch was war mit der Zuverlässigkeit? Aufgrund der zahlreichen Pannen mit unseren Computern im Büro schien uns der Einsatz eines Laptops bei Auftritten doch mehr als heikel zu sein. Bei unserer Mozart-Inszenierung bot sich dann eine perfekte Gelegenheit für einen Langzeit-Test.
Als wir uns entschieden, eine Inszenierung über Mozart und seine Musik zu machen, war klar, dass die Musik eine weitaus größere Rolle spielen würde als in den bisherigen Stücken. Die Beschäftigung mit dem Thema bescherte uns – neben einer wunderbaren musikalischen Erlebniswelt – auch neue tontechnische Dimensionen. Mein Partner Andrej Garin baute ein Wunderklavier. Es ist eine Verbindung aus Klavier und Orchestrion, das mit einer Keyboard-Tastatur ausgestattet ist. Die Tastatur ist programmierbar. Man kann also mit den Tasten Geräusche oder Stimmen erzeugen, kann ein Musikstück starten oder beenden oder das Instrument auch ganz normal als Klavier benutzen. Theater gespielt wird sowohl verdeckt aus dem Instrument heraus als auch in offener Spielweise um das Instrument herum. Mein Partner befindet sich während der Vorstellung in dem Instrument, das auch ein kleines Tonstudio beherbergt. Der Ton wird mit einem Laptop gesteuert. Er agiert als Puppenspieler in den Spielflächen, die sich durch Türen öffnen. Gleichzeitig agiert er als Techniker. Er bedient die umfangreiche Musik der Inszenierung und hat dabei die Technik ständig unter Kontrolle.
Die inzwischen über 100 Aufführungen mit unserem Stück „Heute: Mozart!“ haben gezeigt, dass ein tragbarer Computer ein sehr gutes Medium für eine moderne Tontechnik ist, weil er unendlich viele gestalterische Möglichkeiten bietet (die man natürlich erst einmal erlernen muss). Für den Einsatz in unseren anderen Stücken, bei denen wir allein oder zu zweit auf der Bühne stehen und niemand da ist, um die Technik zu kontrollieren, ist ein Laptop unserer Erfahrung nach jedoch zu anfällig.
Auf der erneuten Suche nach einem geeigneten Abspielgerät hatten wir schließlich das Glück, einen genialen Tontechniker kennen zu lernen, der ein Gerät entwickelt hat, das für Puppenspieler geradezu ideal ist. Herr Maares hat einen prozessorgesteuerten MP3-Player gebaut, der alle Eigenschaften hat, die für einen mobilen Betrieb erforderlich sind. Er ist sehr klein, sehr leicht, liefert eine sehr gute Qualität und er ist programmierbar. Man kann z.B. eine Autostopp-Funktion einrichten. Das heißt, jeder Track braucht nur gestartet zu werden und stoppt am Ende automatisch. Für uns hat Herr Maares das Gerät mit einem großen Netzteil ausgestattet. Dadurch konnten wir die Netzteile der anderen Komponenten einsparen und haben nun unsere Tontechnik, bestehend aus MP3-Player, Mischpult und 1 Mikrofonanlage in einem kleinen Köfferchen, das wesentlich leichter ist als das Compulight. Die Tonträger sind USB-Sticks. Wir haben entschieden, für jede Inszenierung einen eigenen USB-Stick zu bespielen. Sie sind als Speichermedium sehr gut geeignet, sind nahezu unverwüstbar (es sei denn, man tritt drauf!). Sollte doch mal etwas passieren, kann man ganz leicht einen neuen herstellen. Alle Musikstücke sind als Sicherheit auf unserem Laptop gespeichert.
Für mich ist dieses neue Gerät die beste Lösung für unsere Tontechnik, die wir je hatten. Es ist ein ideales Gerät für alle, die großen Wert auf eine gute Tonqualität legen und dabei eine moderne, programmierbare Technik verwenden wollen, sich aber nicht auf einen mehr oder weniger anfälligen Laptop verlassen möchten. Wir haben das Gerät seit mehreren Monaten im Dauereinsatz getestet und sind rundum zufrieden. Besonders bei meinen Solo-Tourneen freue ich mich über das leichte Köfferchen, das mir eine glasklare Tonqualität beschert – und das bisher ohne eine Panne!
Herr Maares stellt den prozessorgesteuerten MP3-Player als Grundmodell her oder auf Wunsch auch in einer komplexeren Version mit größerem Netzteil und Funkmodul. Funktionen und Tastenbelegung sind auf Wunsch individuell programmierbar, das heißt, man bekommt das Gerät so wie man es tatsächlich braucht.
So wie Herr Scheuffler das Compulight speziell für die Bedürfnisse von Puppenspielern entwickelt hat, hat auch Herr Maares den MP3-Player speziell für den mobilen Theaterbetrieb gebaut. Das Gerät ist aber auch ideal für den Musikunterricht in Schulen.
Wir haben beide Geräte – das Compulight und den MP3-Player – miteinander verbunden. Mit einem einzigen Knopfdruck auf unseren Funksender können wir damit gleichzeitig einen Soundtrack und die entsprechend programmierte Lichtsequenz starten. Damit erreichen wir auch im mobilen Betrieb eine ausgesprochen gute und überraschend vielseitige Ton- und Lichtqualität, die unsere Inszenierungen bereichert.