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Mit kleinen Dingen etwas Großes vollbringen

Montag, 16. Oktober 2000

Braunschweiger Zeitung

Das Kasseler „theateren miniature” gewährte mit kleinen Puppen einen großen Einblick in die Theatergeschichte des 20, Jahrhunderts
Liebe zum Detail und Schauspiel: Andrej N. Joukov haucht seinen Figuren Leben ein und entführt den Zuschauer in eine kleine, fantastische Welt.
Zu einem ästhetischen Vergnügen der besonderen Art lud am Sonnabend das Kasserer “theater en miniature” in den Rokoko-Pavillon Stöckheim. Mit dem Stück “Die Sünderin” stellte der Akteur Andrej N. Joukov unter Beweis, dass mit kleinen Gegenständen großartige Dinge zu vollbringen sind und eröffnete gleichzeitig die Theatersaison im Pavillon.
Die Heldin des Stuckes, das im Februar Premiere hatte, ist eine junge Frau, die sich in einer prekären Lage befindet, Allerdings ist die Ursache ihrer offensichtlichen Bedrängnis weniger etrtdetrtig.
Literarische Grundlage des Stückes ist die 1927 geschriebene Groteske “Elisaveta Bam” des russischen Schriftstellers Danfil Charms.
Das Grundthema ist die Angst der Heldin vor einer unbekannten Gefahr. Mit viel Witz und Esprit verstand, es Joukov, als Puppenspieler und Schauspieler die Zuschauer auf eine ironisch-skurrile Reise durch die verschiedenen Formen des Theaters des vergangenen Jahrhunderts zu entführen.
In nicht weniger ate 17 tintereeniedHchen Bühnenbildern und Genres spielte er die Angst der Heldin durch. So ließ er die Miniaturen einmal als Figuren in einer bäuerlichen Komödie auftreten., um sie im nächsten Moment Opfer einer - monumentalen Tragödie werden zu lassen. Ob politisches Theater oder realistisches Melodrama, kaum eine Theaterform, die Joukov nicht präsentierte.
um das Geschehen auf der Buhne besser ver folgen zu können, konnten sich die Zuschauer mit Operngläsern behelfen, die vor Beginn der Vorstel kmg verteilt wütden.
Unter welcher Angst “Die Sünderin” wirklich litt, blieb bis zum Ende, dem großen Opernfinale, ungeklärt, was dem Stück jedoch keinen Abbruch tat. War es doch weniger seine Handlung als die Art und Weise, in der es präsentiert wurde, was den Betrachter in seinen Bann zog und ihm eine köstliche Unterhaltung bescherte.
Die Bühne war eine detaifgenaue Miniatur eines klassischen Theaters mit Rampe Kulissen und einer, ausgefeilten Bühnentechnik. So konnte, der Zuschaucieffitauchen in eine Welt, in der die Dimensionen verschoben sind und in der eine eigentümliche Poesie der kleinen Form entsteht.
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Die Sünderin

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