Alibaba und die vierzig Räuber

Till Eulenspiegel, schon als Kind ein lustiger Schlingel und später ein berühmter Narr, war im ganzen Land bekannt. Er war ein Wörterverdreher, ein listiger Schalk und ein durchtriebenes Schlitzohr. Dummheit, Geiz und Selbstzufriedenheit konnte er nicht leiden. Seinen Mitmenschen spielte er gerne Streiche, den einfachen Leuten ebenso wie den hochnäsigen Herrschaften. Er war gewitzt und gefürchtet und hielt so manchem den Spiegel vor, damit er sich besser erkennen mochte.

Kommt alle her und seht – wie Till Eulenspiegel sein Leben vollbracht hat – wie er geboren und dreimal getauft wurde – wie er auf einem Pferd hinter seinem Vater ritt und den Leuten seinen Hintern zeigte – wie er auf dem Seil gehen lernte – wie er den Leuten die Schuhe von den Füßen abschwatzte und machte, dass sich alt und jung darum in die Haare geriet – wie er bei verschiedenen Handwerksmeistern seine Aufgabe allzu wörtlich nahm und darum immer wieder das Weite suchen musste – wie er aus einer Katze einen Hasen machte – wie er mit einem König eine Wette abschloss und seinen Meister fand – und wie er schließlich starb und aufrecht stehend begraben wurde.

Literarische Grundlage des Stückes ist die etwa 1515 entstandene erste Fassung des „Ulenspiegel“ von Hermann Bote, der die Anekdoten über den Gaukler und landfahrenden Schalk als Satire der gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit aus altem Schwankgut und erfundenen Geschichten zusammengetragen hat. Eulenspiegel ist der personifizierte Wunsch nach Freiheit, Mut und Unabhängigkeit. Er sagt immer, was er denkt, ist vollkommen respektlos. Niemand ist sicher vor ihm. Irgendwann trifft er alle einmal mit seinen übermütigen Späßen. Auch diejenigen, die gerade noch schadenfroh über die verspotteten Mitmenschen gelacht haben, müssen damit rechnen, bald selbst zur Zielscheibe seiner Streiche zu werden.

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