breakdance 1914

Den richtigen Frosch geküsst

ÖHRINGEN Phantasievolles Puppenspiel
Für sie sei es wichtig, das Märchen des Froschkönigs auf die Bühne zu bringen, da „es tiefe Wahrheiten beinhaltet“, überlegt Ellen Heese. Sie ist ein Teil des `theater en miniature` aus Leimen bei Heidelberg. Derzeit tritt sie auf der mobilen Bühne in verschiedenen Büchereien der Region auf – am Mittwochnachmittag macht sie Halt in Öhringen.
Botschaft „Jede Geschichte hat eine Botschaft. Dem Theater ist es wichtig, diese den Kindern zu vermitteln“, erklärt Ellen Heese. Beim Märchen des Froschkönigs sei diese Botschaft, dass es im Leben immer wieder Punkte gebe, in denen man sich ändert. Den Kindern wolle sie beibringen, dass sie alle etwas Besonderes in sich tragen – wie eben der Frosch, der sich nach einem Kuss
der Prinzessin zum Prinzen wandelt, so die Schauspielerin. Zuerst sei aber gar nicht klar gewesen, dass der Froschkönig aufgeführt wird.
„Eigentlich hatte ich Findus und Pettersson für die Veranstaltung vorgesehen“, erinnert sie Heese. Da dieses Stück derzeit aber häufiger in Öhringen gespielt wird, habe sie spontan umdenken müssen. „Doch der Froschkönig ist eine wunderbare Geschichte. Kinder können sich mit ihr identifizieren“, so Heese.
Faszination „Die Vortragsweise der Schauspielerin ist faszinierend“, sagt Zuschauerin Karin Rohde aus Öhringen. „ Der schnelle Rollenwechsel ist verblüffend“, bemerkt sie. Heese vollbringt unglaubliches: Durch ständigen Wechsel der Stimme verkörpert sie allein sechs kleine Protagonisten. Im offenen Spiel haucht sie den Figuren durch Mimik, Gestik und Stimme Charakter ein. Auch
der vierjährigen Sara aus Öhringen hat das Puppenspiel Spaß gemacht: „Es ist toll. Am lustigsten ist die Szene, als die Prinzessin den Frosch gegen die Wand schubst.“
Auffällig ist auch die geringe Anzahl an Requisiten. Der Brunnen ist im Handumdrehen eine elegante Kutsche. „Das soll die Phantasie der Kinder anregen. Sie vervollständigen das vorgegebene Bild“, weiß Heese.
Am Ende der Aufführung darf sich jeder kleine Zuschauer noch einen kleinen, glitzernden Wunschstern mit nach Hause nehmen – mit der Bedingung, dass nur Dinge gewünscht werden, die es in keinem Geschäft zu kaufen gibt. „Das ist eine wirklich  süße Idee“, schmunzelt Karin Rohde.

Vergnügtes Kinderlachen in der Mediathek

Theater en miniature präsentiert in Bühl „Wie Pettersson zu Findus kam“/ Großes Publikumsinteresse

Ellen Heese mit ihrem „Theater en miniature“ in der Mediathek: „Ausverkauft“ stand schon seit Tagen auf der Ankündigung „Wie Pettersson zu Findus kam“, und in der Tat füllte sich der Raum im Obergeschoss schnell mit kleinen und großen Besuchern, Gekicher und Geplauder – mit „Tohuwabohu“, wie Heese es formulierte, womit sie auch begründete, dass die Figuren vorerst nicht in Sicht waren: „Die haben sich versteckt.“ Zu sehen sind also zunächst nur Kisten, oder vielmehr bunt bemalte Schränke, deren Aussehen allerdings schon an Petterssons gemütlich-chaotisches Haus erinnert – Kuckucksuhr, Küchenutensilien und Grammofon inklusive.
Natürlich ist da auch Heese selbst, die vorab die Kinder bittet, die Handys abzuschalten, und die Erwachsenen, keine Bonbons zu essen, „sonst kriege
ich immer so einen Hunger“. Heeses Spaß an der Umkehrung reflektiert auch ihr vermeintlicher Fauxpas, mit einem ganz anderen Pettersson-Buch loszulegen
und plötzlich zu sagen: „Oh, das ist ja die falsche Geschichte!“ Allmählich und fast schon unerwartet taucht sie (und mit ihr die Zuschauer) aber doch
ganz und gar in die „richtige“ Geschichte ein, inmitten dieser winzigen Welt, in der sie den überaus agilen, handgefertigten Puppen Pettersson und Findus sowie Hühnern und Mucklas über Wort und Spiel Leben einhaucht. Heeses Präsenz bleibt stets im Bewusstsein, sie startet auch gar keinen Versuch, dies zu ändern und sich im Geiste der Zuschauer unsichtbar zu machen, ganz im Gegenteil: Heese bewegt nicht nur die Puppen und wechselt je nach Figur sehr professionell die Stimme, sondern plaudert auch mal selbst mit Findus und zieht ihm seine neue Hose an, was sich erstaunlicherweise harmonisch ins Stück fügt und den Zauber der Geschichte keineswegs beeinträchtigt. Dieser über gelegentliche Klaviermusik „aus dem Grammofon“ noch intensivierte Zauber lässt sich auch daran ablesen, wie vergnügt die Kinder lachen und quietschen, wenn etwa der süße junge Findus in der Kuckucksuhr einem Muckla begegnet oder unvermutet zu sprechen anfängt (worauf Pettersson sich verrückt wähnt). Sobald Heese es will, stehen die Figuren indes im Vordergrund. Faszinierend, wie nah diese der Buchvorlage kommen: Pettersson überzeugt mit jeder Geste, jedem Wort als schrulliger, liebenswerter Alter; Findus ist unwiderstehlich niedlich; und wirken die Hühner hektisch-einfältig, stellt Heese die Mucklas frech, schlau und witzig dar und lässt sie übermütig durch die Lüfte fliegen. Auch das vielseitige Bühnenbild mit seinen unzähligen Details – in einer Kiste verbirgt sich der Hühnerstall, eine andere ist mal Muckla-Wohnung, mal Petterssons Haus – spricht von Künstlern, die dem Kindsein nahe blieben, wie man es auch von Pettersson-Autor Sven Nordquist annehmen darf. Kurz: Heese, Regisseur Andrej Uri Garin und Figurenbauerin Mechtild Nienaber haben hier Großes geleistet – wenn auch „en miniature“.

Findus aus der Erbsenkiste

LAUF – Bereits von Anfang hatte die Stadtbücherei Lauf zwei Veran-staltungen fest eingeplant, trotzdem waren nach knapp einer halben Stunde die Karten für die beiden Figurentheater-Aufführungen „Wie Findus zu Pettersson kam“ restlos ausverkauft. Lag es am Thema -der Umsetzung eines Kinderbuch-Weltklassikers von Sven Nordqvist – oder lag es vielleicht zusätzlich am Bekanntheitsgrad von Ellen Heese und ihrem kleinen Tourneetheater en miniature? Immerhin war die professionelle, gleichermaßen pädagogisch wie spieltechnisch versierte Rollenkünstlerin schon das zweite Mal zu Gast im Haus in der Turnstraße. Hatte sie bereits vor zwei Jahre die „Grüffelo“-Erzählung mit gleich großem Erfolg in Szene gesetzt, so gelang ihr auch dies¬mal ein lebendiges Stück Kindertheaterkultur.
Entspre¬chend aufmerksam wa¬ren die kleinen und großen Besucher am Nachmittag des 2. Januars fast eine Stunde lang bei der Sache und folgten fasziniert dem mehrmaligen Wechsel von erzählenden Passagen und Handpuppendarstellung. Im sanft ausgeleuchteten
Bühnenraum mit den sich geheimnisvoll öffnenden und schließenden Schrankkisten kamen die quirligen Dreistigkeiten des sprechenden Katers Findus im Zusammenspiel mit dem schrulligen Pettersson hervorragend zur Geltung, samt den feinen zwischenmenschlichen Nuancen. Dabei geht Pettersson doch nichts über seinen kleinen, immer zu Streichen aufgelegten Lieblingskater, den er eines Tages in einer angelieferten Findus-Erbsen-Kiste vor seiner Haustür vorfindet.
Zwar weiß der alte Kauz genau, dass nur er Findus die Angst vor dem großen, schnüffelnd ums Haus schleichenden Dachs nehmen kann, aber eines kann er nicht – Mucklas sehen. Die Phantasiewesen verstecken nicht nur Gegenstände im Haus, sondern werden zudem bei Ellen Heese zum personifizierten Motor des Erzählens. Spätestens durch diesen Kunstgriff kamen auch die erwachsenen Zuschauer voll auf ihre Kosten. Zusätzlich sorgte eine Comedy-Einlage im Hühnerstall für breite Heiterkeit: Vier Klatschtanten im Federkleid, die jedem Klischee schlichter (hier weiblicher) Psyche gerecht wurden. „Wie Findus zu Pettersson kam“ -ein Vergnügen für jedes Alter!

Puppentheater zu Gast in der Reichswaldhalle

Zu einem besonderen Vormittag hatte die Gemeindebücherei Feucht die Vorschulkinder in die Reichswaldhalle eingeladen. Das Puppentheater „En miniature“ mit Ellen Heese und Andrej Garin war zu Gast und hatte „gute Bekannte“ dabei…
Alle Kinder kennen die Geschichten von Pettersson und Findus. Die erste Geschichte, wie diese beiden sich kennenlernen, brachte die Puppenspielerin Ellen Heese mit zauberhaften Figuren und Requisiten auf die Bühne:

Es war einmal ein alter Mann, der hieß Pettersson. Er war oft so allein, dass er sich am Morgen am liebsten die Decke über den Kopf gezogen hätte und verschwunden wäre. Bis seine Nachbarin ihm einen Pappkarton brachte. Drinnen war ein Kater, der noch so klein war, dass er Platz in Petterssons Hand hatte. Jeden Abend las er ihm Geschichten vor. Endlich hatte er jemanden, mit dem er reden konnte, der ihm zuhörte! Und eines Tages war es so weit: Der Kater sprach seine ersten Worte. „So eine Hose möchte ich auch haben“, sagte Findus. Was für einen wunderbaren Kater Pettersson doch hatte!

Gespannt und aufmerksam waren die Kinder bei der Sache, mit großen Augen verfolgten sie die Abenteuer des kleinen Katers Findus und staunten über die unterschiedlichen Stimmen der Protagonisten. Am Ende dankten alle mit begeistertem Applaus und für die Kinder und deren Erzieherinnen ging der kurzweilige Vormittag viel zu schnell zu Ende.

Drei Worte verändern Ali Babas Leben

Schüler aus allen Bildungsgängen verfolgten fasziniert die bekannte Geschichte um Lug und Trug aus dem Morgenland.
Mannheimer Morgen Die beiden Schauspieler Ellen Heese und Andrej Garin versetzten die Kinder mit Hilfe von verschiedenen Figurenarten, so mehreren etwa 1,20 Meter großen Figuren mit holzgeschnitzten Köpfen und wallenden Gewändern, Handpuppen, Masken und Stabfiguren mitten hinein in das Märchen und in den Laden vom Tuchhändler Mustafa. Dieser verkauft die Geschichte für sehr viel Bakschisch an Scheherazade verkauft und spielt als Erzähler auch eine zentrale Rolle.
„Sesam öffne dich“. Drei Worte, die das Leben von Ali Baba drastisch verändern werden, die den Schülern verdeutlichen, wie schwierig oft die Gratwanderung zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht, Moral und Unmoral ist. Durch Zufall erfährt der arme Holzfäller Ali Baba von der geheimnisvollen Schatzhöhle der 40 Räuber, deren Felsentor sich nur mit den Zauberworten „Sesam öffne dich“ öffnen lässt. Obwohl zaudernd und schwer mit seinem Gewissen ringend, nimmt er einen kleinen Teil des Goldes an sich. Sein geldgieriger Bruder Kassim jedoch wird nicht vom Gewissen geplagt, plündernd wird er von den Räubern erwischt und getötet.
Mit Ali Baba wollen diese auch den letzten Mitwisser beseitigen, nur der Klugheit und List seiner Frau Fatimah und Schwägerin Mardschana hat er es zu verdanken, dass die 40 Räuber an seiner Stelle ihr Leben lassen müssen. Während die beiden Frauen nun gerne den Schatz hätten, möchte Ali Baba nichts mehr davon und widersteht der Verlockung des Reichtums. Zu vielen Menschen hat das Gold Unglück gebracht.
Eine Frau mit vielen Rollen „Die Geschichte zeigt, dass ein jeder sich im Leben immer wieder entscheiden muss, was er sein will“, so Ellen Heese, alias Scheherazade, alias Ali Baba, alias etliche Figuren mehr. Viel Applaus bekamen die Akteure, die erstmals vor seh- und mehrfachbehinderten Kindern gespielt hatten. Aufmerksam hatten die Schüler gelauscht, die Geschichte verfolgt, oft kamen Kommentare wie „Das ist nicht gut“, „Das sollte der Kassim aber nicht machen“ oder „Das war aber böse“. Gemeinsames Fazit war: „Das hat mir gut gefallen“.
Obwohl nur zwei Schauspieler zugange waren, schufen sie durch das Spiel mit den vielen Puppen und den Stimmwechseln das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein. Das schnelle Schlüpfen in eine andere Rolle und die ständig veränderte Bühne bauten das rechte Maß an Dramatik und Spannung auf.
Damit die Kinder das richtige Gespür für die Puppen bekommen konnten, gab es nach der Vorstellung einige Exemplare „zum Anfassen“. Gerne streiften sich die Zuschauer eine der Handpuppen über oder begutachteten die Masken der 40 Räuber. Theater „en miniature“ bedeutet übersetzt „Theater in klein“. Gar nicht klein ist das Repertoire der mobilen Bühne, die mit ihrem Puppenspiel für Alt und Jung seit 1991 durch ganz Deutschland tourt und auch bereits häufig in Schulen zu Gast war.
moko

Bürgerstiftung unterstützt Theaterstück an Schule am Silahopp

Alibaba und die 40 Räuber
Bürgerstiftung unterstützt Theaterstück an Schule am Silahopp

Gerne waren Ellen Heese und Andrej Uri Garin vom „Theater en Miniature Heidelberg“ der Einladung der Schule am Silahopp gefolgt und spielten am 29. Januar 2014 in der Aula für alle Grundschüler das Stück „Ali Baba und die 40 Räuber“. Dabei zeigten sie zahlreiche Facetten ihres Könnens. Sie schlüpften selbst in die Rollen des Geschichtenerzählers und des Zuhörers, spielten mit großen Handpuppen und kleinen Schattenfiguren, bauten nebenbei ihr Bühnenbild um und faszinierten vor allem mit einer Stimmenvielfalt, die die Zuschauer beinahe glauben ließ, es säßen tatsächlich 40 Räuber hinter dem Vorhang.
Von der ersten Sekunde an schafften es die talentierten Puppenspieler, die ganzjährig durch Deutschland touren und auch Theaterpädagogik-Seminare leiten, die Kinder in ihren Bann zu ziehen. So erhielt Alibaba denn auch auf seine Frage, ob es Diebstahl sei, die Diebe zu bestehlen ein einstimmiges, lautes „NEIN“. Auch im weiteren Verlauf der spannenden Inszenierung konnten die Kinder kaum an sich halten, raunten „Ah“ oder „Oh“ durch den Raum – und wurden sichtlich angespannt, wenn die bösen Räuber auf der Bildfläche erschienen.
Das Theaterstück wurde zu großen Teilen vom Förderverein der Schule am Silahopp finanziert, unterstützt durch eine großzügige Spende der Bürgerstiftung Maulbronn in Höhe von 350,- Euro. So musste jedes Kind nur 1 Euro Eintritt bezahlen. „Das Theaterstück ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir als Bürgerstiftung in Maulbronn wirken“, sagte Vorsitzende Susanne Sieber-Böhler, die dem Theaterensemble gerne den symbolischen Scheck der Bürgerstiftung überreichte.

Pettersson und sein Kater

Zwei ausverkaufte Theatervorstellungen für Kinder ab vier Dahren in der Laufer Stadtbücherei
Ellen Heese ist Schauspielerin, Pädagogin und Theaterleiterin in einem. Bei ihrem Auftritt in der Laufer Stadtbücherei überzeugte sie das junge Publikum mit einer Theaterversion der bekannten Pettersson-Bilderbücher.

LAUF – Die Karten für zwei Vorstellungen für Kinder ab vier Jahren waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen, als die Laufer Stadtbücherei das „theater en miniature“ ankündigte. Auf dem Programm stand:„Wie Findus zu Pettersson kam“, eine Episode in Anlehnung an die Bilderbuch-Reihe von Sven Nordqvist.

Liebevoll gestaltete Figuren
Wenn die Schauspielerin, Pädagogin und Theaterleiterin ihre liebevoll gestalteten Figuren zum Leben erweckt, ist es sofort mucksmäuschenstill. Die Requisiten sind alle detailgetreu nach den bekannten Vorlagen gestaltet, und die Figuren entsprechen haargenau den‘ Vorstellungen, die man sich vom alten Pettersson und seinem Kater macht. Mit einer höchst wandlungsfähigen Stimme spricht Heese den alten Mann, wechselt dann wieder zu Kater Findus und lässt dazwischen die frechen Mucklas, für Pettersson unsichtbare kleine Wesen, zu Wort kommen. Da vergessen auch die erwachsenen Besucher ganz schnell, dass nur eine Person auf der Bühne agiert.
Lina, fünf Jahre alt, war mit ih¬rem jüngeren Bruder in der Laufer Bücherei. Welche Figur ihr am besten gefallen hat, konnte sie hinterher gar nicht sagen. Sie fand einfach alles sehr schön und sprach damit wohl allen kleinen Theaterbesuchern aus dem Herzen, die am Schluss begeistert applaudierten und sich noch am Büchertisch die Pettersson-Bilderbücher aus Schweden ansehen und ausleihen durften.

Vor zwei Jahren war das Figurentheater schon mit „Der Grüffelo“ in der Bücherei. Auch diesmal gelang es Ellen Heese auf Anhieb, das junge Publikum zu fesseln.

Spiel mit Puppen, Masken und Menschen

Das professionelle Figurentheater „theater en miniature“ braucht ein festes Haus – Premiere „Alibaba“ am Samstag im Zwinger 3
Von Birgit Sommer
Zwei Puppenspieler und 40 Räuber auf der Bühne. Wie geht das? Das „theater en miniature“ wird es am Samstag, 16. November, um 15 Uhr zeigen, wenn im Zwinger 3 die Premiere von „Alibaba und die 40 Räuber“ für alle ab sechs Jahren steigt. Die Puppenspieler Ellen Heese und Andrej Garin haben in der Produktionsstätte ihres Theaters, dem Seminarhaus „Szenario“ in Leimen, eines der schönsten Märchen aus „1001 Nacht“ in Szene gesetzt, bei dem der arme Holzfäller Alibaba mit dem Zauberwort „Sesam öffne dich“ den großen Räuberschatz findet.
Der Räuberhauptmann als Figur in Kindergröße, die Räuberbande als Stabfiguren, dazu Maskenspiel und Schauspiel – die großen Stücke des kleinen Theaters verbinden Spielkunst mit moderner Lichtregie und originellen Bühnenbildern. In Mustafas Laden auf dem Ba-zar, der voller Stoffe und verrückter Dinge ist, entstehen bei „Alibaba“ nach und nach die Schauplätze der faszinierenden Geschichte. Jojo Ludwig, einer der bekanntesten Puppenspieler Deutschlands, der bei allen wichtigen Festivals zu Gast ist, führte Regie bei diesem orientalischen Märchen. Musik, Lichtkonzept, alles muss stimmen. „Wir wollen ein Gesamtkunstwerk schaffen,“ sagt Ellen Heese, „dann kann man ein Stück jahrelang spielen.“
Auch im Figurenbau arbeiten Ellen Heese und Andrej Garin mit Profis zusammen, etwa mit der Puppenmacherin Mechtild Nienaber, die für viele Theaterbühnen ausdrucksstarke Figuren aus Stoff fertigt. Echte Ledermasken in der Tradition der italienischen Commedia del´Arte beziehen sie von einem deutschen Maskenbauer aus den USA. Die Holzfiguren wie in „Alibaba“ oder Tiere wie Elefanten und Krokodile schnitzt Andrej Garin auch selbst aus Lindenholz.
Ellen Heese und ihr Ehemann kamen vor fünf Jahren aus Kassel. Dort hatten sich die Sozialpädagogin und Puppenspielerin und der Ingenieur, Schauspieler, Regisseur und Puppenspieler aus Jaroslawl in Russland beim Künstlerfestival kennengelernt und 1991 ihr gemeinsames „theater en miniature“ für Erwachsene Zuschauer gegründet.
Als die beiden nach Heidelberg zogen, nahmen sie ihren Förderverein einfach mit und nannten ihn in „Heidelberger Puppentheater e.V.“ um. Sein Ziel: eine feste Stätte für Puppenspielkunst in Heidelberg einzurichten. Gefördert wird das professionelle Theater von der Stadt Heidelberg und in einzelnen Projekten auch von Bund und Land. Figurentheater ermögliche den Zuschauern, Abstraktes aus der Distanz wahrzunehmen und auf sich zu beziehen oder umgekehrt, Gefühle und Gedanken auf das Medium zu übertragen, erklärt Ellen Heese. Diese sehr elitäre Form des Theaters funktioniere für Erwachsene nur an festen Häusern – und dann seien die Vorstellungen immer ausverkauft. In Stuttgart, München, Berlin und Bremen beispielsweise gibt es solche festen Bühnen. 1983 wurde an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart der Studiengang „Figurentheater“ eingerichtet, die erste Ausbildungsstätte für Figurentheater in Westeuropa.
In Heidelberg, wo das „theater en miniature“ im Kulturfenster e.V., im Kinder- und Jugendtheater oder auch beim Kindertheaterfestival auf der Neckarwiese auftritt und ansonsten mit bis zu 200 Veranstaltungen im Jahr auf Tournee geht, hofft man nun auf die Konversionsflächen der US-Armee, denn da existieren auch Theaterräume. „Wir brauchten einen Saal für 150 Personen und die Infrastruktur, die es ermöglicht, Veranstaltungen durchzuführen,“ rechnet Andrej Garin vor. Werkstätten und Lagerräume brauchen sie dagegen keine; der Bereich der Produktion ist in ihrem Haus in Leimen schon abgedeckt. Dort finden auch die Seminarreihen für Pädagogen und Therapeuten statt, etwa zu den Themen „Die Puppe als Partner“, „Märchenhaft erzählen“, Stimmfindung und Stimmbildung.
Vielleicht gibt es auf den Konversionsflächen auch ein gemeinsames Projekt mit dem Kulturfenster? Auch die Veranstaltungen dieses Vereins platzen in der Kirchstraße schon aus allen Nähten.

Das „theater en miniature“ lässt die uralte Tradition der Puppenspielkunst auferleben und verzaubert damit die Kinder.

OFTERSHEIM. Sie ist so lang, dass Vögel auf ihr sitzen könnten. Und sie wächst, wenn der Junge lügt. Gemeint ist die hölzerne Nase von Pinocchio, der Kinderbuchfigur des italienischen Autors Carlo Collodi. Der Bub ist alles andere als ein Musterkind: Er will nicht in die Schule gehen, hört nicht auf Erwachsene und nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau.
Auf seinen lehrreichen Abenteuern – in gewisser Weise ist die Pinocchio-Geschichte auch ein Entwicklungsroman, in dem der jugendliche Held schrittweise zum Erwachsenen reift – hatte der hölzerne Bengel die Kinder im ausverkauften Rose-Saal im Schlepptau. Dort gastierte das „theater en miniature“ aus Leimen auf Einladung der Gemeindebücherei.
Uralte Tradition
Das 1991 als mobile Bühne gegründete Theater, das für seine Inszenierungen für Kinder und Erwachsene auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals ausgezeichnet wurde, zeigt sich eng verbunden mit der uralten Tradition der Puppenspielkunst. Dazu passt es auch, dass es sich der Pinocchio-Geschichte annahm, die sich bereits im 19. Jahrhundert in Italien großer Beliebtheit erfreute und 1905 erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.
Herkunft ist unglaublich
Pinocchios Herkunft ist unglaublich und wunderbar zugleich. Denn wem passiert es schon, dass er aus einem Stück Pinienholz eine Holzpuppe schnitzt, die plötzlich – kaum, dass der Mund fertig ist – zu sprechen, beginnt? Und die, sobald sie fertiggestellt ist, lebendig wird? Diese unglaubliche Geschichte ereignet sich im Hause des Künstlers Gepetto, der arm ist, und davon träumt, einmal ein Theater zu besitzen.
Gepetto tauft seine Holzfigur Pinocchio und schickt sie zur Schule. Doch auf dem Weg dorthin entdeckt Pinocchio ein Puppentheater, das ihn unwiderstehlich anzieht. Mit seinem Schulbuch, das ihm eigentlich Lesen und Schreiben beibringen soll, kauft er sich eine Eintrittskarte und findet bald neue Freunde: Kasper, Seppel und die Prinzessin Peppina.
Mechtild Nienaber hat Pinocchio und seine Wegbegleiter als ausdrucksstarke Handpuppen geschaffen, die Ellen Heese wirkungsvoll in Szene setzt. Daneben geben Masken, hinter denen sich Andrej Uri Garin in den Rollen von Gepetto und dem Puppentheater-Direktor Zappano verbirgt, der Inszenierung ihr unverwechselbares Gesicht.
Pinocchio erlebt eine Reihe aufregender Abenteuer. Peppina wird von einem Gespenst entführt, er selbst entgeht nur knapp dem Tod als Feuerholz und wird von den Gaunern Fuchs und Kater um sein Geld betrogen. Außerdem weiß Zappano um ein Geheimnis in Gepettos Gemüsekarren, woraufhin ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Für Pinocchio ist es nicht leicht, den rechten Weg zu finden. Immer wieder meint er, auf bequeme Art zum Ziel zu kommen. So will er auf dem „Feld der Wunder“ sein Geld vermehren. Als er scheitert, schaltet sich die Erzählerin der Geschichte, Ellen Heese, ein, die ihm – wie auch an anderen Stellen des Stücks – durch Ratschläge zu helfen versucht.
Ohne erhobenen Zeigefinger
Die Kinder mögen Pinocchio, der ihnen in vielem so ähnlich ist, freuen sich über seine Erfolge und leiden mit ihm, wenn er Niederlagen einstecken muss. Sie erleben einen spannenden Theaternachmittag, der auf amüsante Art und ohne erhobenen Zeigefinger zeigt, worauf es im Leben ankommt.
Dass am Ende Pinocchio und seine Freunde das Geheimnis in Gepettos Gemüsekarren lüften, in dem sich – verborgen hinter einem Gemälde – ein prunkvolles Theater befindet, ist ein gelungenes Happy End. Denn was können sie sich Schöneres vorstellen, als zusammen Theater zu spielen und Gepetto als Direktor zu haben? Doch die Show beginnt nicht sofort, denn Pinocchio hat aus seinen Abenteuern gelernt: „Erst kommt die Schule, dann das Vergnügen.“

Der kleine Kerl mit der langen Nase begeisterte

Hinreißend spielten Andre] Uri Garin und Ellen Heese die
Geschichte von Pinocchio, der im Verlauf des Theaterstücks aus
einem Stück Pinienholz geschnitzt wurde

Wiesloch. Die derzeit laufenden Literaturtage in der Weinstadt bieten ein breit gefächertes Angebot für Jung und Alt. Und dabei hat man auch die Knirpse nicht vergessen, zwar nicht unbedingt immer mit einer klassischen Lesung, so doch beispielsweise mit einem unterhaltsamen Theaterstück. Im Kellergeschoss der Stadtbibliothek im Kulturhaus führte das „Theater en Miniature“ als Figurentheater und Schauspiel das aus der Feder von Carlo Collodi stammende Werk „Pinocchio“ auf.

Großer Andrang, gespannte Erwartung und viel Spaß, aber auch Lehrreiches prägte den unterhaltsamen Nachmittag. In den vorderen Reihen hatten sich viele der kleinen Besucher auf Kissen ebenerdig niedergelassen, weiter hinten verfolgten Mütter und 0mas spannende Geschichten auf der minimalistischen, aber phantasievollen kleinen Bühne. Geheimnisvolle Töne aus versteckten Lautsprechern kündigten Großes an und Ellen Heese, die Geschäftsführerin des Theaters, stimmte die fröhliche Besucherschar auf das Bevorstehende ein. Die gelernte Sozial-Pädagogin ist seit 1985 erfolgreich als Puppen- und Figurenspielerin und Theaterleiterin tätig. Neben ihrer Bühnentätigkeit bietet sie auch Seminare für Kinder und Pädagogen an. „Um was geht es den heute?“, so ihre Eingangsfrage und das junge Publikum zeigte sich informiert. „Um Literatur“, war zu hören. „Ja, aber heute wird nicht aus Büchern gelesen, sondern Theater gespielt“, informierte Heese. Dann ging es los. Der grummelnde Gepetto trat auf, dargestellt von Andrej Uri Garin, Schauspieler, Puppenspieler, Regisseur, Puppenbauer, Szenograph. Garin ist seit 1991 Figuren- und Bühnenbauer, Regisseur und künstlerischer Leiter des „Theater en Miniature“. Alsbald schnitzte er aus Pinienholz eine Puppe und tauft sie auf den Namen Pinocchio. Der Kleine ist naseweis, naiv und komisch und begeistert von den großartigen Dingen, die die Welt ihm zu bieten hat. Seine lange Nase ist Ausdruck für seine unbändige Neugier und sympathische Frechheit. Eigentlich sollte Pinocchio etwas lernen und so war es eigentlich geplant, den hölzernen Knirps auf die Schule zu schicken. Doch dieses sinnvolle Ansinnen wurde jäh unterbrochen, und zwar von Neugier und Abenteuerlust des kleinen Gesellen mit der langen Nase und dem lustigen Käppchen. Das Kerlchen verkauft sein Schulbuch, entdeckt ein Puppentheater mit Kasperle und Freunden und verstrickt sich alsbald in eine Reihe spannender Abenteuer. Er wird von listigen Gaunern um sein Geld betrogen, entgeht nur knapp einem Ende als Feuerholz, gerät in eine wilde Verfolgungsjagd, begegnet aber auch guten Freunden. Zusammen mit ihnen findet er heraus, wem er vertrauen kann, wer er ist und was er will und findet so seinen eigenen Weg. Köstlich die Herstellung des kleinen Wirbelwinds, einfühlsam auch die pädagogischen Elemente, die die Schauspieler in die Handlung einbauten. Zwischendurch immer wieder schnelle Umbauaktivitäten der Dekoration, die Schauspieler schlüpften gleich in mehrere Rollen und die Begeisterung der kleinen Besucher war in vielen Szenen unüber-hörbar. Buchstaben wurden an diesem Nachmittag lebendig, und dies dank einer gelungenen Umsetzung seitens der Schauspieler des „Theater en Miniature“. Die phantasievolle Inszenierungen verband am Nachmittag im Keller der Stadtbibliothek pädagogisch durchdachte Themen mit einer hohen künstlerischen Qualität. Seit nunmehr fünf Jahren bietet das Theater, das sich seit 1991 auf unterhaltsamer Achse befindet, auch Seminare zu Themen der Puppenspielkunst für Multiplikatoren aus pädagogischen und therapeutischen Berufen an.

Der schreckliche Grüffelo vertreibt die Angst

Nahezu jedes Kind kennt ihn: den Furcht einflößenden, schrecklichen Grüffelo. Am Dienstag spielte das ‚theater en miniature‘ das Stück nach dem preisgekrönten Bilderbuch von Julia Donaldson und Axel Scheffler im Ratssaal.

Eberbach Über die tapsige kleine Maus, die die auf der Bühne aufgebauten und mit einer Lampe a usgo leuchtete n Rampen hinunterrutschte, lachten Jung und Alt. Gefährlich wird es für den kleinen Nager, als der Fuchs ihn erspäht und zu einer Götterspeise einladen möchte. Zitternd sucht die Maus nach einer Ausrede: Sie ist mit dem Grüffelo verabredet. Als der Fuchs diesen nicht kennt beschreibt die Maus ihn: schreckliche Hauer und Klauen, lange Zähne und am liebsten isst er Fuchs am Spieß. Mit einem ent¬setzten „Nein danke“ flüchtet der Fuchs. Das klappt auch bei der Schlange und bei der Eule.
Zahlreiche Kinder im Saal kennen das Kinderbuch und wissen, welche Tiere als nächstes kommen. Besonders lustig wird es, wenn Ellen Heese die Maus in ihrer Angst hin und her laufen und lediglich lautmalerisches Gemurmel ausstoßen lässt.
Nachdem auch die Eule das Weite gesucht hat, warnt eine Ameise die sich sicher glaubende Maus: „Wenn man sich etwas Schreckliches ausdenkt, dann kommt auch was Schreckliches!“

Ellen Heese lieh nicht nur der kleinen Maus, sondern auch dem Grüffelo und den anderen Tieren ihre Stimme.

Bevor der Grüffelo dann erscheint spricht Heese mit allen Kindern den Zau-berspruch vom Anfang. Das Ungeheuer entdockt natürlich ebenfalls die Maus und überlegt, diese zu fressen. Doch der schlaue Mäuserich erzählt ihm, dass alle Tiere im Wald vor ihm Angst hätten: „Geh hinter mir, dann zeig ich’s dir!“
Brav tapst der Grüffelo hinter der Maus her und wundert sich, dass tatsächlich Fuchs, Schlange und Eule das Weite suchen. Und auch er beginnt sich vor der Maus zu fürchten.
Als die ideenreiche Maus am Ende „Grüffelogrütze“ essen will, flieht das Monster entsetzt. „Ist es jetzt vorbei?“, fragt ein kleiner Junge traurig sein Mutter. Doch die Maus will von den Kindern noch wissen: „Ich bin gut, nee?“ Und wieder antworten die Kinder mit einem einstimmigen „Ja“. Von Schutzengeln, die sie hatte, oder anderen Rettern will die Maus aber nichts hören. Sie verlässt sich vielmehr auf einen Zauberspruch, der gegen die Angst hilft. Diesen verrät sie auch den Kindern, die begeistert mitmachen und rufen: „Mäusefurz und Spinnenbein – meine Angst wird winzig klein, Schlangenbrei und Drachenquark – ich bin mutig, ich bin stark!“. Als kleine Überraschung erhielt jedes Kind am Ausgang noch eine Postkarte, die den Grüffelo und die kleine Maus zeigte.

„Wasserpatscher“ bezaubert Prinzessin

„Theater en Miniature“ gastiert mit dem Märchen vom Froschkönig und zeigt eine überaus kindgerechte Darbietung, die viel Beifall findet
PLANKSTADT. „Lilli“, Pardon Elisabeth von Hohenfels, ist eine höchst ungewöhnliche Prinzessin. Sie kommt barfuß zum Essen, bringt dann und wann sogar Tiere mit, sie liebt das Fußballspiel und Frösche zu küssen, das mag sie überhaupt nicht.
Letzteres wäre jedoch vielleicht sogar eine ganz gute Idee, denn manchmal verbirgt sich ein adretter Königssohn hinter so einem glitschig grünen Lurch. Die Geschichte vom „Froschkönig“, das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm also, hatte Ellen Heese vom „Theater en Miniature“ in die Gemeindebücherei mitgebracht. Die Puppen- und Figurenspielerin, die mit ihren kreativen Inszenierungen immer wieder die Herzen ihrer jungen Zuseher erobert, hielt sich dieses Mal erstaunlich nahe an der Originalversion. Lange Beine, näselnde Stimme Und der kleine „Wasserpatscher“ mit seinen lässig langen Beinen, den kugelrunden Augen und der herrlich näselnd-quakenden Stimme, ließ den Funken zum Publikum ziemlich schnell überspringen. Kein Wunder, dass die Farbe Grün das Bühnenbild dominierte und auch Ellen Heese selbst war als Erzählerin und „Wasser-,Wald- und Wiesenfee“ grün gekleidet. Inmitten des anheimelnden Schlossparks, direkt am großen Brunnen, musste sie an diesem Nachmittag ihrem eigenen froschigen jungen Freund fortwährend die Geschichte vom Froschkönig erzählen. Ob ihm so ein Wunder ebenfalls wiederfahren möge? Geschickt hatte die Puppenspielerin mit dieser Ein- jüngsleitung ihre Geschichte sozusagen doppelt eingepackt und wie immer hatte sie keine Probleme damit, im offenen Spiel ihren kleinen Protagonisten mit ihrer bekannten Stimmvielfalt Charakter einzuhauchen. „Dann kommt der Frosch und wird zum Prinz. Oder? Noch mal, noch mal, erzähl noch mal“, der kleine Frosch konnte gar nicht genug bekommen von dieser Erzählung um den einzigartigen Kuss, der alles verändern würde.
Und tatsächlich ist eben auch Prinzessin Lilli an diesem Tag Fußball spielend unterwegs und tatsächlich hilft der kleine Frosch ihr dabei, ihren Fußball – oder vielleicht doch die goldene Kugel – aus dem Brunnen zu fischen. Die Königsfamilie, die zu Tisch ist, die Aufforderung vom Frosch, „Königstochter, jüngste, mach mir auf“ oder auch der treue Heinrich, der sich drei eiserne Bande ums Herz hatte legen lassen, damit es nicht zerspringe, weil sein Herr zum Frosch verwandelt worden war: Das Märchen der Gebrüder Grimm übt eben bereits von sich aus seine Anziehungskraft aus, da macht es Sinn, nahe am Original zu bleiben und wenn sich dann das Bühnenbild kreativ wandelbar präsentiert, wenn die Puppenspielerin auf gekonnte Weise keine Längen aufkommen lässt, ist so eine Inszenierung wunderbar dazu geeignet, bei jungen Menschen das Interesse an Märchen insgesamt zu wecken. Eine Kutsche für das Paar Und hierfür stehen die beliebten „Frederick-Tage“ schließlich auch. „Frederick“ ist ein landesweites Literatur- und Lesefest. Die berühmte Maus, die lieber Wörter-, Farben und Sonnenstrahlen sammelt, ist seit mehr als zehn Jahren die Namenspatin für die bekannteste Literaturaktion in Baden-Württemberg. Und im Zimmer der Prinzessin, da kommt es schließlich, wie es kommen muss. Das Wunder geschieht, der glitschige grüne Freund wird geküsst und kurz danach heißt es für die schönste aller Prinzessinnen und den schmucken Prinzen: „Eine Kutsche für das junge Paar!“
Mit ihrem fantasievollen Spiel hat Ellen Heese vom „Theater en Miniature“ die Kinder im Gemeindezentrum schnell in den Bann der
Geschichte gezogen.

Großes Theater für kleine Mieter

Pettersson und Findus zu Gast in Mundenheim
Immer wieder organisieren wir in Zusammenarbeit mit Künstlern aus der Region Veranstaltungen für unsere kleinen Mieter. Am 17. November 2012 war es wieder einmal soweit: im Seniorenwohnheim Franz Siegel in der Wegelnburgstraße waren Pettersson und Findus zu Gast –und natürlich Ellen Heese, ihres Zeichens Puppenspielerin, die die beiden bekannten Kinderfiguren auf zauberhafte Art und Weise zum Leben erweckte.

Als das Licht endlich ausgeht, herrscht gespannte Stille im Raum. Die Kinder, die mit ihren Eltern zur Aufführung von Pettersson und Findus gekommen sind, können kaum erwarten, dass es endlich los geht. Ellen Heese betritt die Bühne und stellt sich erst einmal vor. Und schon nach wenigen Worten ist klar: die Puppenspielerin aus Leimen hat einen ganz besonderen Draht zu den Kindern, die ihrer Stimme gebannt lauschen.

Und dann heißt es „Vorhang auf“ für Pettersson und Findus, die zwei überaus beliebten Kinderfiguren des schwedischen Autors Sven Nordqvist. Die Episode, die Ellen Heese an diesem Tag spielt, geht ganz an den Anfang der Geschichte zurück und erzählt, wie „Wie Findus zu Pettersson kam“. Der Name ist Programm: der alte Pettersson, ein etwas schrulliger Eigenbrötler, lebte lange Zeit alleine in einem Häusschen am Rande eines Dorfes. Eines Tages kommt bei ihm ein Paket an, auf dem „Findus Grüne Erbsen“ steht. Im Inneren des Pakets befinden sich aber keine Erbsen, sondern ein aufgeweckter, sprechender Kater, dem Pettersson den Namen Findus gibt.

Seit mehr als 27 Jahren steht Ellen Heese nun mit ihrem „theater en miniature“ als Puppenspielerin auf der Bühne. Ihre Figuren sind allesamt handgemachte Meisterwerke, an denen ihr Mann und eine Figurenbauerin bis zu drei Monaten arbeiten. Eine Arbeit, die sich lohnt: „Jede Figur ist auch ein Medium, das im Laufe der Zeit ein Eigenleben entwickelt. Manchmal bin ich selbst überrascht, was die Figuren während einer Vorstellung so alles machen“, sagt Ellen Heese schmunzelnd.

Das Bühnenbild besteht eigentlich nur aus zwei geheimnisvollen Kästen und man fragt sich zu Anfang, wie Ellen Heese wohl die ganze Geschichte mit diesen wenigen Hilfsmitteln entwickeln wird. Eine Vorlage aus der Literatur oder aus Filmen auf die Puppenbühne zu übertragen ist ja immer auch eine Herausforderung. Doch die meistert sie mit Bravour. Die beiden Kästen entpuppen sich als Petterssons Haus und als Hühnerstall, alles weitere entsteht in der Fantasie der Zuschauer, die von der Puppenspielerin auf wunderbare Weise angeregt wird. Alleine die vielen verschiedenen Stimmen, die sie an diesem Nachmittag intoniert – neben Pettersson und Findus haben auch die Hühner oder die Mucklas einiges zu erzählen – sind einen Applaus wert.

Und den gibt es am Ende der Geschichte reichlich: als Pettersson und sein neuer Freund Findus schließlich ins Haus gehen, um zur Feier des Tages eine leckere Pfannkuchentorte zu backen, machen die kleinen Zuschauer große Augen. Manchmal braucht es eben nicht viel, um einen spannenden Nachmittag zu erleben!

Hin und weg: Auf die Frage, was ihnen am besten gefallen habe, fand Lara (5) eine ebenso schlichte wie überzeugende Antwort: „Alles.“ Dem kleinen Fynn (5) hatten es vor allem die Mucklas angetan. „Aber Findus war auch ganz toll.“

Zur Feier des Tages gibt es eine schöne Pfannkuchentorte

18. „Mosbacher Buchwochen“: Ausverkaufter Auftakt mit der bezaubernden Geschichte „Wie Findus zu Pettersson kam“

Von Peter Lahr
Mosbach. In unserem literarischen Schweden-Bild sind sie längst so etwas wie die guten Nachbarn von Michel aus Lönneberga und Pippi Langstrumpf: Pettersson und Findus, der mitunter etwas sonderliche Alte und das aufgeweckte Katerchen. So mag es kaum verwundern, dass der Mosbacher Rathaussaal am Montagnachmittag aus allen Nähten platzte, als das Leimener „theater en miniature“ zum Auftakt der 18. Mosbacher Buchwochen die Frage beantwortete, „Wie Findus zu Pettersson kam“. Puppenspielerin Ellen Heese tat dies auf derart bezaubernde Art und Weise, dass es ein Vergnügen war.
Über die riesige Resonanz zum Auftakt der Buchwochen freute sich Bibliotheksleiter Raimar Wiegand und bedankte sich bei Gästen, Kooperationspartnern sowie Sponsoren.
Es ist ja eine besonders große Herausforderung, von Büchern, Comics, Computerspielen und Filmen bekannte Figuren auf die Theaterbühne zu bringen, ohne dass es zum reinen Plagiat wird. Ellen Heese gelang dieser Spagat zwischen Wiedererkennbarkeit und eigenen Ideen vortrefflich. Hielt sie sich bei den Helden eng an die Vorlagen – die Figuren mit äußerst individueller Ausstrahlung schuf Mechtild Nienaber, so wusste Regisseur Andrej Uri Garin immer wieder, Momente voller Poesie in die bekannte Handlung einzubauen. Bereits das Bühnenbild mit den beiden roten Kisten fachte die Neugier der Zuschauer an. Bald entpuppte sich die große Kiste als Bauernhofhaus des Pettersson, die kleine als Hühnerstall der etwas anderen Art. Wunderbare Idee auch, aus dem Hausdach, gleichsam wie einen Pilz, einen golden funkelnden Grammofontrichter sprießen zu lassen. Noch schöner, dass daraus immer wieder einprägsame Klavierauszüge erklangen, inklusive des typischen Rauschens. Einen Höhepunkt des wohldosiert eingesetzten „Soundtracks“ bildete die mollartige Variation des „Peter und der Wolf „-Themas,, das den unheimlichen Auftritt eines Dachses begleitete.
Doch zunächst landete ein großer, geheimnisvoller Karton vor Petterssons Tür.
„Findus. Grüne Erbsen. 12 Dosen“ stand darauf. Kein Absender. Als der wunclerliche Alte mit dem großen Hut das Paket öffnete, traute er seinen Augen nicht. Statt der erwarteten Konserven stieg ein Kätzchen aus, das schnell sein Herz schmelzen ließ – und sein Selbstmitleid vergessen machte. „Ich bin jetzt deine neue Mama“, begrüßte Pettersson überwältigt seinen neuen Mitbewohner.
Im Pfotenumdrehen zog reichlich Leben auf Petterssons Hof ein. Findus, der bald sprechen lernte, wünschte sich nichts sehnlicher als eine Zirkushose. Genau so eine, wie sie der Clown auf dem Zeitungsfoto trug. Doch in all den Schubladen und Verschlagen fand Pettersson nur Eierbecher, Schraubenzieher, Würmer zum Angeln. Hatten die Mugglas, jene winzigen Wesen, die in Geschichten leben und folgerichtig nur Findus, die Hühner und die Zuschauer sehen können, auch die Nähmaschine gemopst?
Dass die cleveren Kerlchen im Fall des Falles auch beherzt helfen konnten, gefiel ebenso wie die leicht überdrehte Hennenriege, die sich einen schneidigen Hahn ersehnte. Ellen Heese schenkte allen Protagonisten nicht nur kongeniale Stimmen, sie überzeugte auch mit Pantomime und klugem Figurenspiel. „Itzi bitzi puh!“, freuten sich am Ende nicht nur die Mugglas, als Pettersson verkündete: „Zur Feier des Tages backen wir ’ne richtig schöne Pfannkuchentorte.“

Theateraufführung: „Heute: Mozart!“

Mit dem „Wunderklavier“ und den Handpuppen „Mozart“ und „Caruso“ begeisterte Ida Rubinstein, gespielt von Schauspielerin Ellen Heese, erneut unsere Grundschüler.
Waldbronn Fest verankert im musischen Profil unserer Schule sind Theatergastspiele verschiedener Bühnen. Sie tragen zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei, indem die Kinder Geschichten hautnah als Spiegelbild der Realität erleben und sich mit der ein oder anderen Person auf der Bühne identifizieren können.
Zu einem Gastspiel weilte das „Theater en miniature“ aus Leimen Anfang Juli 2012 erneut an unserer Schule. Nach den Märchenspielen „Ali Baba und die 40 Räuber“, „Till Eulenspiegel“ sowie „Wie Findus zu Petersson kam“, hatten die Akteure diesmal einen klassischen Stoff mitgebracht: „Heute: Mozart!“, so der Titel des diesjährigen Stückes, das Grundschulkinder auf humorvolle Art an die klassische Musik und das Wunderkind W.A. Mozart heranführen soll.
Mit dem „Wunderklavier“ und den Handpuppen „Mozart“ und „Caruso“ begeisterte Ida Rubinstein, gespielt von Schauspielerin Ellen Heese, erneut unsere Grundschüler.
Mit Donnergrollen holte der Teufel den hinterhältigen Don Giovanni, Stabmarionetten setzten das dramatische Geschehen auf engstem Raum gekonnt in Szene. Kaum hatte der Höllenschlund den Bösewicht verschlungen, klappten die Flügeltüren der geheimnisvollen Konstruktion wieder zu: Das „Wunderklavier von Ida Rubinstein“, gespielt von Schauspielerin Ellen Heese, schlug die Kinder sichtlich in seinen Bann. Mit zwei Aufführungen vor jeweils 100 Grundschülern brachte das Theater große Opernatmosphäre in die Turnhalle, verzauberte dabei Schüler wie Lehrer mit einem witzigen Spielfaden: Mit der kleinen Mozartpuppe und „Caruso“, der frechen Hunde-Handpuppe tourt das Theater durchs Land und bringt über die kurios in Szene gesetzte Lebensgeschichte des großen Meisters dem jungen Publikum dessen wichtigste Kompositionen näher.

Maus lehrt Monster das Fürchten

Botschaft beim Kindertheaterfestival diesmal: Keine Angst zeigen – „Grüffelo“ macht es vor
Amberg Von wegen „theater en miniature“: Das war ganz großes Kino für die Kleinen. Und obwohl natürlich kein Film auf einer Leinwand lief, war das Jugendzentrum am Donnerstagvormittag fast bis auf den letzten Platz gelullt. Es war wieder Kindertheater angesagt – der fünfte Tag des beliebten Festivals im Alten Klärwerk, das gestern einen Klassiker auf die Bühne brachte: „Der Grüffelo“.
Viele Buben und Mädchen der Kindergärten und Schulen, die im Publikum saßen, hatten das gleichnamige Buch von Julia Donaldson und Axel Scheffler schon kennengelernt und waren so bestens vorbereitet. „Kommt jetzt die Maus?“, fragte zum Beispiel ein Mädchen aus den Zuschauerreihen ganz ungeduldig.
Als Ellen Heese vom Puppen- und Figurentheater „en miniature“ aus Leimen bei Heidelberg die Bühne betrat, kehrte dann aber schnell Ruhe ein. „En miniature“ bedeute „Theater in Klein“, erklärte die Puppenspielerin den interessierten Kindern.
Und dann kam sie auch schon zum Vorschein, die ängstliche kleine Maus mit ihrer piepsigen Mickey-Maus-Stimme, die die Zuschauer immer wieder zum Lachen brachte. Hinterlistig wurde sie gleich zu Beginn von Fuchs, Schlange und Eule zu einem Fest eingeladen. Doch das Mäuschen entpuppte sich als schlau. Wohlwissend, dass es von seinen Gastgebern wohl verspeist werden würde, schlug es die Einladungen aus und gab Stattdessen vor, sich mit ihrem Freund Grüffelo zu treffen. Dass dieses nur erfundene Monster mit den gräßlichen Tatzen, den feurigen Augen und den Stacheln auf dem Rücken eines Tages tatsächlich vor ihm stehen würde, ahnte der kleine Nager dabei nicht.
Gekonnt durch die verstellte Stimme von Ellen Heese in Szene gesetzt, erschien bald darauf das grummelnde und schmatzende Monster. „Du darfst die Maus nicht essen“, ermahnte ein besorgter Junge im Publikum, als der Grüffelo alles zu fressen begann, was er in seine riesigen Tatzen bekam. Doch die Sorge war unbegründet: Die ängstliche Maus bewies zum ersten Mal in ihrem Leben Mut und behauptete schlicht-weg, „Grüffelogrütze“ sei ihr Leibgericht. Nun war es am Grüffelo, Angst zu haben.
Die kleinen Zuschauer lernten auf diese Weise, dass manchmal eine kleine List ausreicht, um seine Ängste bekämpfen zu können. Neben einem Bild vom Grüffelo und der Maus, gab die Figurenspielerin den Kindern – sollte sie doch einmal der Mut verlassen – auch noch einen nützlichen Zauberspruch mit auf den Weg.
Förderer: Landesverband Freier Theater Baden Württemberg e.V.

Grueffelo

Grueffelo

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