„Wasserpatscher“ bezaubert Prinzessin

„Theater en Miniature“ gastiert mit dem Märchen vom Froschkönig und zeigt eine überaus kindgerechte Darbietung, die viel Beifall findet
PLANKSTADT. „Lilli“, Pardon Elisabeth von Hohenfels, ist eine höchst ungewöhnliche Prinzessin. Sie kommt barfuß zum Essen, bringt dann und wann sogar Tiere mit, sie liebt das Fußballspiel und Frösche zu küssen, das mag sie überhaupt nicht.
Letzteres wäre jedoch vielleicht sogar eine ganz gute Idee, denn manchmal verbirgt sich ein adretter Königssohn hinter so einem glitschig grünen Lurch. Die Geschichte vom „Froschkönig“, das gleichnamige Märchen der Gebrüder Grimm also, hatte Ellen Heese vom „Theater en Miniature“ in die Gemeindebücherei mitgebracht. Die Puppen- und Figurenspielerin, die mit ihren kreativen Inszenierungen immer wieder die Herzen ihrer jungen Zuseher erobert, hielt sich dieses Mal erstaunlich nahe an der Originalversion. Lange Beine, näselnde Stimme Und der kleine „Wasserpatscher“ mit seinen lässig langen Beinen, den kugelrunden Augen und der herrlich näselnd-quakenden Stimme, ließ den Funken zum Publikum ziemlich schnell überspringen. Kein Wunder, dass die Farbe Grün das Bühnenbild dominierte und auch Ellen Heese selbst war als Erzählerin und „Wasser-,Wald- und Wiesenfee“ grün gekleidet. Inmitten des anheimelnden Schlossparks, direkt am großen Brunnen, musste sie an diesem Nachmittag ihrem eigenen froschigen jungen Freund fortwährend die Geschichte vom Froschkönig erzählen. Ob ihm so ein Wunder ebenfalls wiederfahren möge? Geschickt hatte die Puppenspielerin mit dieser Ein- jüngsleitung ihre Geschichte sozusagen doppelt eingepackt und wie immer hatte sie keine Probleme damit, im offenen Spiel ihren kleinen Protagonisten mit ihrer bekannten Stimmvielfalt Charakter einzuhauchen. „Dann kommt der Frosch und wird zum Prinz. Oder? Noch mal, noch mal, erzähl noch mal“, der kleine Frosch konnte gar nicht genug bekommen von dieser Erzählung um den einzigartigen Kuss, der alles verändern würde.
Und tatsächlich ist eben auch Prinzessin Lilli an diesem Tag Fußball spielend unterwegs und tatsächlich hilft der kleine Frosch ihr dabei, ihren Fußball – oder vielleicht doch die goldene Kugel – aus dem Brunnen zu fischen. Die Königsfamilie, die zu Tisch ist, die Aufforderung vom Frosch, „Königstochter, jüngste, mach mir auf“ oder auch der treue Heinrich, der sich drei eiserne Bande ums Herz hatte legen lassen, damit es nicht zerspringe, weil sein Herr zum Frosch verwandelt worden war: Das Märchen der Gebrüder Grimm übt eben bereits von sich aus seine Anziehungskraft aus, da macht es Sinn, nahe am Original zu bleiben und wenn sich dann das Bühnenbild kreativ wandelbar präsentiert, wenn die Puppenspielerin auf gekonnte Weise keine Längen aufkommen lässt, ist so eine Inszenierung wunderbar dazu geeignet, bei jungen Menschen das Interesse an Märchen insgesamt zu wecken. Eine Kutsche für das Paar Und hierfür stehen die beliebten „Frederick-Tage“ schließlich auch. „Frederick“ ist ein landesweites Literatur- und Lesefest. Die berühmte Maus, die lieber Wörter-, Farben und Sonnenstrahlen sammelt, ist seit mehr als zehn Jahren die Namenspatin für die bekannteste Literaturaktion in Baden-Württemberg. Und im Zimmer der Prinzessin, da kommt es schließlich, wie es kommen muss. Das Wunder geschieht, der glitschige grüne Freund wird geküsst und kurz danach heißt es für die schönste aller Prinzessinnen und den schmucken Prinzen: „Eine Kutsche für das junge Paar!“
Mit ihrem fantasievollen Spiel hat Ellen Heese vom „Theater en Miniature“ die Kinder im Gemeindezentrum schnell in den Bann der
Geschichte gezogen.

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